Verband der Schulaufsicht des Landes Thüringen e. V.
Mitgliedsverband im tbb beamtenbund und tarifunion thüringen
Mitglied der Konferenz der Schulaufsicht der Bundesrepublik Deutschland KSD

Vom 20. bis 22. September 2018 fand im Schloss Waldthausen in Budenheim, nahe der Rheinland-Pfälzischen Landeshauptsatdt Mainz, die diesjährige Delegiertenversammlung der Konferenz der Schulaufsicht in der Bundesrepublik Deutschland (KSD) statt. Als Delegierte des VSLT nahmen Frau Beck und Herr Nebe teil.

An den drei Tagen diskutierten Delegierte der Landesverbände Mecklenburg-Vorpommern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg und Thüringen aktuelle Entwicklungen der Schulaufsicht in den einzelnen Ländern und der Bundesrepublik Deutschland. Grundlage bildeten die Länderberichte sowie die Ergebnisse des KSD-Workshops vom Mai 2018 in Tabarz.

Die Diskussionen mündeten in die am 22. September 2018 von der Delegiertenversammlung der KSD beschlossene "Mainzer Erklärung":

Schulaufsicht unabdingbar notwendig!
Die Schulaufsicht ist im Wandel - diesen gilt es zu gestalten.

Die KSD hat 2017 in der Halberstädter Erklärung Handlungsfelder und Anforderungsprofile der Schulaufsicht identifiziert und benannt. In disem Jahr stand die Frage im Mittelpunkt, welche Kompetenzen erforderlich sind, um die benannten Kernaufgaben erfüllen zu können.

Entscheidendes Kriterium bei der Ermittlung der Kompetenzen ist stets, inwieweit sie letztlich zum Lernerfolg des Schülers und der Schülerin beitragen können.

Die KSD beobachtet, dass unter dem Begriff der datengestützten Schulentwicklung klassische Beratungs- und Unterstützungsangebote für Schulen durch Datenermittlung und Controlling in den Hintergrund gedrängt werden. Das Erfassen von Daten allein fördert jedoch keine Unterrichtsentwicklung und trägt nicht zum Lernerfolg der Lernenden bei.

Vielmehr braucht es - gestützt auf die pädagogischen Forschungen der letzten Jahre - fachdidaktisch und schulpädagogisch professionalisierte Menschen, die aufgrund ihrer Lehrämter und ihrer Leitungserfahrung die Lehrenden und die Schulleitungen in den Schulen unterstützen können. Dies erfordert, dass die Schulaufsicht vor Ort präsent ist.

Erfasste Daten liefern dabei durchaus nutzbringende Indikatoren für Entwicklungsprozesse, zu denen erfolgreiche Berater und Führungskräfte aber weitere, sorgfältig ausgewählte und auf Lehrerfahrung fußende, schulspezifische Aspekte heranziehen müssen.

Darüber hinaus stellt die KSD fest, dass in den wenigsten Bundesländern strukturierte Vorqualifizierungen oder Laufbahnen für die Schulaufsicht geschaffen wurden.

Um den breit gefächerten Kanon an Aufgaben erfüllen zu können, müssen neben den oben genannten zwingenden Voraussetzungen wie Lehramt und Leitungserfahrung auch Fachwissen und Kompetenzen in den Bereichen Verwaltung, Recht, Personalführung, Diagnostik und Unterrichtsentwicklung für die Auswahl und die Qualifizierung der Personen für die Schulaufsicht berücksichtigt werden.

Der aktuell in der Bundesrepublik Deutschland bestehende Lehrermangel führt unter anderem zu höherer Besoldung der Lehrkräfte. Auch deshalb müssen die Stellenpläne in der Schulaufsicht besoldungsrechtlich angepasst werden, um vor dem Hintergrund der Bestenauslese geeignete Menschen für die anspruchsvollen Aufgaben in der Schulaufsicht zu motivieren.

Schulaufsichtliches Handeln muss sich daran messen lassen, inwieweit es in der Lage ist, guten ganzheitlichen Unterricht zu erwirken, der die Lernvoraussetzungen der Kinder berücksichtig.

Am letzten Tag der Delegiertenversammlung dankten die Delegierten dem langjärigen Vorsitzenden der KSD, Herrn Jürgen Kebernik, der aus Altersgründen seinen Rücktritt erklärt hatte. Einstimmig wurde er zum Ehrenvorsitzenden der KSD gewählt.

Der Glückwunsch des VSLT gilt der neu gewählten Vorsitzenden der KSD, Frau Gerlind Sell (Mecklenburg-Vorpommern) sowie der neu gewählten Geschäftsführerin der KSD, Frau Kerstin Gromes (Hessen). 

Die Vorsitzende des VSLT e. V., Frau Susanne Beck, die erneut als Vertreterin der Beamten für die Wahlen zum Hauptpersonalrat im TMBJS kandidierte, wurde in den Hauptpersonalrat gewählt.

Der Vorstand des VSLT e. V. gratuliert Frau Beck herzlich zu diesem Erfolg.

Frau Beck hat in der letzen Wahlperiode sehr engagiert und mit hoher Sachkompetenz die Interessen der Beschäftigten der Staatlichen Schulämter als Vertreterin der Beamten im Hauptpersonalrat vertreten und wird dies auch in den nächsten Jahren tun. Als Fachgewerkschaft ist der VSLT somit weiterhin im Hauptpersonalrat vertreten.

Am Workshop der Konferenz der Schulaufsicht in der Bundesrepublik Deutschland e. V. (KSD), die vom 3. bis 5. Mai 2018 in Bad Tabarz stattfand, nahmen für den VSLT Frau Susanne Beck und Herr Ingo Nebe teil. Der Workshop stand wie auch im vorigen Jahr unter dem Thema

"Schulaufsicht - unabdingbar notwendig!
Was müssen Schulaufsichtsbeamtinnen und -beamte können?".

Mit den Vertretern der anderen Mitgliedsverbände der KSD erarbeiteten unsere Vertreter in den Workshopgruppen ein Spektrum der Kompetenzen, über die Schulaufsichtsbeamtinnen und -beamte verfügen müssen. Stützen konnte man sich dabei auf die im letzten Jahr während des Workshops herausgearbeiteten und von der Delegiertenkonferenz in der Halberstädter Erklärung legitimierten Kernaufgaben der Schulaufsicht.

Die Ergebnisse des Workshops werden nun von den Delegierten der Landesverbände im September in Mainz diskutiert werden müssen. Der Dienstherr muss gewährleisten, dass Schulaufsicht ihre Aufgaben auch erfüllen kann.

Für uns Thüringer wurde einmal mehr deutlich, dass Schulaufsicht in Thüringen grundlegende Anforderungen an die Besoldungsstruktur einer Aufsichtsbehörde nicht erfüllt.

Nach dem Plenum des Thüringer Landtages fand am 25. April 2018 ein Parlamentarischer Abend des tbb statt. Für den VSLT nahmen die Vorstandsmitglieder Susanne Beck, Ingo Nebe, Michael Kaufmann und Ingo Meyer teil.

Alle an diesem Abend gehaltenen Reden, ob vom Vorsitzenden des tbb, Helmut Liebermann, oder vom Ministerpräsidenten, Herrn Bodo Ramelow, oder vom Landtagspräsidenten, Herrn Christian Carius, oder schließlich vom Bundesvorsitzenden des dbb, Herrn Ulrich Silberbach beschäftigten sich natürlich mit Problemen des öffentlichen Dienstes.

Einig war man sich, dass sich der öffentliche Dienst im harten Konkurrenzkampf mit der Privatwirtschaft um die besten Fachkräfte befindet. Wie man in diesem Wettbewerb um die besten Fachkräfte bestehen könne, darüber gab es freilich unterschiedliche Auffassungen.

Am 15. April 2018 fand die aus dem Monat Januar verschobene Mitgliederversammlung zum Geschäftsjahr 2017 im Beratungsraum des Staatlichen Schulamtes Westthüringen in Gotha statt.

Im Bericht des Vorstandes legte Frau Beck Rechenschaft über die Vorstandsarbeit ab. Wie auch in der anschließenden Diskussion wurde festgestellt, dass sich aufgrund der enorm gewachsenen Aufgaben- und Problemdichte die Lage der Schulamtsmitarbeiter so dramatisch wie zu keinem Zeitpunkt zuvor entwickelt hat. In der beabsichtigten Besetzung von zusätzlichen 6 Stellen pro Schulamt wird "ein Schritt in die richtige Richtung" gesehen - eine vollständige Aufgabenerfüllung wird trotzdem schwierig bleiben. Das sehr angenehme Gespräch mit Minister Holter im Dezember macht hoffnungsvoll.

Ein entscheidendes Handlungsfeld der Arbeit des Vorstandes des VSLT wird das nachdrückliche Einfordern eines passfähigen Besoldungsgefüges der Schulaufsichtsbeamtinnen und -beamten Thüringens sein.  Diesbezüglich nimmt der Freistaat Thüringen den bundesweit allerletzten Platz ein. 

Der VSLT wird sich auch weiterhin mit der Expertise seiner Mitglieder in den Prozess der Entwicklung der Thüringer Schule einbringen. Dies ist offensichtlich wieder gewollt.

Der Vorstand wurde nach Bericht und Kassenbericht durch die Mitgliederversammlung entlastet.

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